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Entwurf der Seniorenpolitischen Leitlinien der Landeshauptstadt Magdeburg

Seniorenvertretung bittet um Mitwirkung


Der nachfolgende Entwurf der Seniorenpolitischen Leitlinien ist unter Federführung des Sozialdezernats unter Mitwirkung des Seniorenbeauftragten, des Behindertenbeauftragten, der Seniorenvertretung und mit fachlicher Begleitung des Arbeitskreises für Seniorenfragen und Altenplanung als Grundlage für eine öffentliche Diskussion erarbeitet worden.
Die noch abschließend zu formulierenden und vom Stadtrat zu bestätigenden Leitlinien  bilden die Grundlage für die nachfolgende Erarbeitung eines Seniorenpolitischen Konzeptes.
Mit diesem Konzept will sich die Landeshauptstadt den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen.
Am 27.11.2009 fand im Rathaus eine Fachkonferenz zu dieser Thematik statt, zu welcher der Sozialbeigeordnete der Stadt Hans-Werner Brüning eingeladen hatte. (Bild)
Hier wurden in mehreren Arbeitsgruppen die Leitlinien beraten und einige Änderungsvorschläge eingebracht. Wertvolle Hinweise zu den Leitlinien und zur Ausgestaltung der kommunalen Seniorenpolitik kamen auch vom Hauptreferenten Prof. Dr. Thomas Klie, Freiburg.
Der weitere Ablauf ist wie folgt vorgesehen:
- weitere Öffentliche Diskussion des Entwurfs der Seniorenpolitischen Leitlinien
- begleitende Diskussion im Arbeitskreis für Seniorenfragen
- Einarbeitung eingegangener Vorschläge durch ein Redaktionsteam
- Einreichung der Leitlinien beim Stadtrat als Drucksache zur Beschlussfassung
- Ausarbeitung eines Seniorenpolitischen Konzepts auf Grundlage der beschlossenen Leitlinien

Der Vorstand der Seniorenvertretung ist dankbar für Änderungs- bzw. Ergänzungsvorschläge zum nachfolgenden Entwurf, die Sie an folgende Adresse schicken können:

Seniorenvertretung der Landeshauptstadt Magdeburg e.V.
Altes Rathaus
39090 Magdeburg

Fax: 0391/5402819
E-mail: seniorenvertretung-md@arcor.de


Entwurf

der Seniorenpolitischen Leitlinien der Landeshauptstadt Magdeburg

Präambel

Die Leitlinien beschreiben die grundsätzlichen Rahmenziele der Magdeburger Seniorenpolitik. Sie sind handlungsleitend für die Verwaltung und geben eine fachliche Orientierung für alle Akteure.

Die Magdeburger Seniorenpolitik folgt dem Grundverständnis vom Alter als einer aktiven Lebensphase, in der eine selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung und eine Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens ermöglicht werden.

Die Leitlinien bilden die Grundlage für die Erarbeitung eines Seniorenpolitischen Konzeptes. Mit dem Konzept stellt sich die Landeshauptstadt den Herausforderungen des demografischen Wandels.
Damit sollen
-    die Kompetenzen der Seniorinnen und Senioren zum Nutzen des Gemeinwesens und für die Meisterung der individuellen Lebenssituation erschlossen,
-    Hilfe- und Unterstützungsbedarf berücksichtigt und
-    die Teilhabemöglichkeiten und Verwirklichungschancen der Seniorinnen und Senioren verbessert werden.

Leitlinie 1
Seniorenpolitik ist ein beteiligungsorientierter Prozess unter Einbeziehung der Seniorinnen und Senioren, fördert Selbsthilfestrukturen und bürgerschaftliches Engagement und die politische Teilhabe

Seniorenpolitische Entscheidungen werden nicht nur für Seniorinnen und Senioren sondern mit ihnen getroffen. Die Akteure der Seniorenarbeit, insbesondere die Interessenvertretungen und Wohlfahrtsverbände sind einzubeziehen.
Die Bereitschaft der Seniorinnen und Senioren, die Gestaltung der Gesellschaft aktiv mitzugestalten, wird gefördert. Ehrenamtliches Engagement ist ein wesentliches Element des gesellschaftlichen Zusammenlebens und wird unterstützt.

Kernaktivitäten:
·    Seniorinnen und Senioren am Planungsprozess beteiligen und örtliche Gremien einbeziehen z. B.  Bürgerforen
·    Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement und politische Teilhabe ausgestalten
·    Weiterbildung und Erfahrungsaustausch von Ehrenamtlichen fördern
·    soziale Netzwerke aufbauen und stärken

Leitlinie 2
Seniorenpolitik berührt alle gesellschaftlichen Bereiche

Seniorenpolitische Belange sind in alle  wichtigen Bereiche der Stadtentwicklung wie z.B. Wirtschaft, Kultur, Soziales und Gesundheit einzubeziehen. Sie müssen Gegenstand von Fachplanungen und ämterübergreifender Arbeit sein.

Kernaktivitäten:
·    alle Fachplanungen seniorenpolitisch abstimmen z. B. Verkehrs-, Sicherheits- und Märktekonzepte
·    die Beauftragten einbeziehen

Leitlinie 3
Seniorenpolitik berücksichtigt die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse älterer Menschen

Die einzelnen Phasen des Alterns bedingen unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten.
Ältere Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen, Männer und Frauen, demenziell erkrankte Personen, Pflegebedürftige und pflegende Angehörige haben spezielle Bedürfnisse, auf die die Seniorenpolitik eingehen muss.

Kernaktivitäten:
·    Situationsanalysen, Bedarfsermittlungen und Planungen nach den unterschiedlichen Zielgruppen differenzieren


Leitlinie 4
Seniorenpolitik trägt zur sozialen und gesundheitlichen Versorgung und zur materiellen Sicherung der älteren Generation bei

Soziale, finanzielle und gesundheitliche Benachteiligungen älterer Menschen werden durch präventive Angebote vermieden. Bestehende Benachteiligungen werden durch zielgerichtete Maßnahmen beseitigt bzw. gemildert.

Kernaktivitäten:
·    Seniorinnen und Senioren zur aktiven Vorbereitung auf das Älter-Werden befähigen und stärken,
·    soziale und nachbarschaftliche Netzwerke aufbauen und stärken,    
·    Gesundheitsförderung und -prävention ausbauen
·    Pflegestruktur nach den Grundsätzen "ambulant vor stationär" und "Rehabilitation vor Pflege" weiterentwickeln
·    Arbeitsmarktsituation älterer Arbeitnehmer durch kommunale arbeitsmarktpolitische Maßnahmen stärken, um Altersarmut zu mildern
·    bezahlbare niedrigschwellige Hilfs- und Serviceangebote bereitstellen

Leitlinie 5
Seniorenpolitik fördert selbstbestimmtes Wohnen und die Integration älterer Menschen im Stadtteil

Ein Wohnungsangebot, das den Bedürfnissen der älteren Bewohnerinnen und Bewohner entspricht, wird angestrebt. Es soll unterschiedliche Wohnformen ermöglichen und  unterschiedlichen Lebensweisen gerecht werden. Wohnungen und Wohnumfeld müssen so beschaffen sein, dass
-    bei Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit der Verbleib in der Wohnung bzw. im angestammten Wohngebiet möglich ist,
-    eine wohnungsnahe Versorgung gewährleistet ist,
-    soziale Beziehungen gefördert werden und
-    die Mobilität der Bewohnerinnen und Bewohner nicht eingeschränkt wird.

Kernaktivitäten:
·    mit Wohnungsanbietern eng zusammenarbeiten
·    barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums in der Stadtplanung und Gestaltung
·    Wohnberatung für Seniorinnen und Senioren erweitern
·    alternative Wohnformen entwickeln und fördern
·    Nachbarschaftshilfen, ambulante Dienstleistungen und Besuchsdienste ausbauen

Leitlinie 6
Seniorenpolitik fördert das Miteinander der Generationen

Neben seniorenspezifischen Angeboten und Einrichtungen werden Projekte unterstützt, die für alle Altersgruppen geeignet sind und die Begegnung sowie das Zusammenwirken der Generationen ermöglichen und fördern. Junge  und alte  Menschen verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten und Kompetenzen, die sich im Miteinander der Generationen zum gegenseitigen Nutzen ergänzen können und sollen.

Kernaktivitäten:
·    generationsübergreifende Angebote und Projekte auf- und ausbauen


Leitlinie 7
Seniorenpolitik fördert den Zugang von Seniorinnen und Senioren zu Weiterbildung, Kultur, Freizeit und Sport

Lebenslanges Lernen, kulturelle Teilhabe, aktive Freizeitgestaltung und altersgerechte sportliche Aktivitäten haben eine hohe Bedeutung für das Wohlbefinden und die gesellschaftliche Integration der älteren Generation und damit für die Lebensqualität der Menschen.

Kernaktivitäten:
·    Angebote zur Erwachsenenbildung, Kultur-, Freizeit und Sportangebote ausbauen
·    barrierefreien Zugänglichkeit der Angebote sichern
·    Öffentlichkeitsarbeit und Information über Bildungs-, Sport-, Kultur und Freizeitangebote



geschrieben / geändert am : 04.11.2009