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Ein Seniorenbeirat für Magdeburg im Eilverfahren

Nun ging es schneller als erwartet.


Nachdem der Magdeburger Stadtrat sich ein halbes Jahr lang nicht auf die Wahl eines/r Seniorenbeauftragten einigen konnte, wird nun die Lösung dieses parteipolitisch geprägten Problems in der Bildung eines Seniorenbeirats gesehen. Im Eilverfahren und ohne sonst übliche Absprachen mit Akteuren der Seniorenarbeit wurde vom Oberbürgermeister ein diesbezüglicher Beschlussvorschlag an den Stadtrat auf den Weg gebracht. (Drucksache DS0155/10)
Danach soll künftig ein Seniorenbeirat "das offizielle Vertretungsorgan der älteren Bürgerinnen und Bürger" sein, dessen Mitglieder nicht von Magdeburger Seniorinnen und Senioren, sondern vom Stadtrat gewählt werden.
Für die Seniorenvertretung, deren Legitimation als Interessenvertretung der älteren Bürger auf einem fast gleich lautenden Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 1996 beruht, wird dieser Beschluss erhebliche Veränderungen bringen.  
Das bezieht sich insbesondere auf die weitere gleichberechtigte Mitarbeit im Arbeitskreis für Seniorenfragen, die Mitgliedschaft in der Landesseniorenvertretung und sicher auch auf die bisherige partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Verwaltung.
Inwieweit auch das landes- und bundesweit anerkannte und mehrfach mit hohen Auszeichnungen gewürdigte ehrenamtliche Engagement der Mitglieder der Seniorenvertretung und ihrer Arbeitsgruppen sowie das im Laufe der Jahre geschaffene umfangreiche Netzwerk davon betroffen sein werden, ist nicht absehbar.
Der Vorstand der Seniorenvertretung hat nach Kenntnisnahme des Beschlussvorschlags versucht, dem Oberbürgermeister in einem Schreiben und einem nachfolgenden Gespräch
seine Besorgnis darüber zu vermitteln.

Siegfried Brosza

Anmerkung: Am 27. Mai wurde o.g. Drucksache vom Stadtrat beschlossen.
 



geschrieben / geändert am : 19.05.2010