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Das Wasserstraßenkreuz

Wie wäre es einmal mit einem Ausflug weit in den Norden Magdeburgs, wo der Mittellandkanal die Elbe überquert?


Am besten kommen Sie mit dem PKW hin. Der "August-Bebel-Damm" führt aus der Stadt heraus mehrere Kilometer nach Norden und unterquert die Autobahn. Danach biegt die Straße "Zur Schleuse" nach rechts ab und bringt Sie zu einem großen Parkplatz, von wo aus schon der neue Aussichtsturm zu sehen ist, von dem aus sich ein Blick über die modernen Schleusenanlagen bietet und dann natürlich weit ins Land. Nach Süden zeigt sich Magdeburgs Stadtsilhouette, von Norden her schimmert in blassem Rosa die große Abraumhalde des Zielitzer Kaliabbaus, des "Kalimandscharo". Das alte Schiffshebewerk Rothensee - fertiggestellt 1938 - ist zwar noch funktionstüchtig, aber nicht mehr in Betrieb, weil jetzt modernere Schleusen den Wechsel der Schiffe zwischen Elbe und Kanal besorgen. Da sich viele Bürger für den Erhalt dieses bedeutenden technischen Denkmals eingesetzt hatten, bleibt es nun doch wohl stehen und ist auf alle Fälle eine Besichtigung wert.

Der Mittellandkanal, 1905 begonnen, sollte eigentlich bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Fortführung nach Osten erhalten. Die Bauarbeiten hatten schon begonnen, wurden aber im Jahre 1942 wegen des Krieges eingestellt. Und so dümpelten seither ein leeres Kanalbett nach Osten, die Widerlager für die Brücke und die Fundamente für die Pfeiler mitten in der Elbe vor sich hin. Während dieser Zeit mussten Schiffe aus westlicher Richtung, die nach Berlin wollten, hier in Magdeburg durch das Schiffshebewerk auf Elbniveau gebracht werden, fuhren zunächst Richtung Magdeburger Hafen, dann ein großes Stück elbabwärts, um schließlich in den Elbe-Havel-Kanal einzubiegen, was großen  Zeitverlust und einen Umweg von 12 km bedeutete.

Nach der Wende wurde das alte Projekt nun doch realisiert und 2003 fertiggestellt. Jetzt können Sie - wenn Sie noch einigermaßen gut zu Fuß sind - auf einem schönen Weg von etwa 2 km am Kanal entlang nach Osten wandern, haben einen freien Blick ins Land, können die Elbe auf der Trogbrücke (Bild) überqueren und finden am östlichen Ufer gleich zwei Gaststätten. Dann also viel Freude beim Ausflug!  

Dieter Müller, ehrenamtlich Redaktion





geschrieben / geändert am : 16.05.2011