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Reiseland Sachsen-Anhalt

Halberstadt, das Tor zum Harz


Die Silhouette der 1200 Jahre alten Domstadt am Eingang des Harzeswird durch die ungleichen Türme der Martinikirche, die "Bischofsmützen" des Domes und die vier Türme der romanischen Liebfrauenkirche bestimmt.
Halberstadt gehört zu den ältesten Städten Mitteldeutschlands, seine zahlreichen Kirchenbauten erzählen vom Ruhm und Niedergang, von Ausbau und Zerstörung.
Ihre frühe Bedeutung seit dem Beginn des 9. Jahrhunderts verdankt die Stadt dem Sitz der Bischöfe von Halberstadt, die sie mehr als 800 Jahre regierten. 51 Bischöfe schrieben hier Geschichte. Bedeutung und Reichtum der Stadt wurden durch beeindruckende Sakralbauten und die großflächige geschlossene Fachwerkbebauung dokumentiert.
Am 8. April 1945 legten Brandbomben das Zentrum und große Teile der Altstadt in Schutt und Asche, in den achtziger Jahren erfolgte ein  großflächiger Abriss der alten Bausubstanz. Nach der Wende wurde Halberstadt 1990 in das Modellstadtprogramm des Bundes aufgenommen, der Verfall konnte gestoppt und viele der historischen Bauten  saniert und zu neuem Leben erweckt werden. Im Herbst 1998 bekam die zerstörte Stadt im wiedererstandenen Zentrum ein neues Rathaus. Als markanter steinerner Zeuge der Halberstädter Vergangenheit steht nun der 4,20 m hohe Roland von 1433 wieder an seinem alten Standort an der Westfassade des Rathauses. Mit der Rathauspassage, den Martini- und Fischmarktarkaden, dem Holz- und Fischmarkt und den schmucken engen Gassen ist ein sehenswertes Ensemble entstanden.
Der Domplatz wird durch die sich gegenüberliegenden Kirchen Dom St. Stephanus und Liebfrauenkirche geprägt, umgeben von barocken Wohnhäusern der ehemaligen Domherren.
Der Dom gehört zu den schönsten gotischen Kathedralen Deutschlands, er wurde zwischen 1239 und 1491 errichtet. Sein berühmter Domschatz mit 650 Objekten gilt als einer der umfangreichsten Kirchenschätze Europas. Wertvolle Reliquien, Elfenbeinschnitzereien, Meisterwerke der Textilkunst, liturgische Gewänder und vor allem die drei romanischen Wandteppiche ziehen jährlich Tausende Besucher an.
Die romanische Liebfrauenkirche (Baubeginn 1005) ist berühmt für ihre Chorschranken, der Kreuzgang mit einer Ausstellung alter Architekturteile lädt zum Verweilen ein.
Gegenüber der im neoromanischen Stil erbauten Hauptpost steht das ehemalige bischöfliche Verwaltungsgebäude, die Dompropstei ( 1592-1611).
Beim ausgiebigen Stadtrundgang wird sich Ihnen Halberstadt als eine Stadt mit weiteren interessanten Kultur- und Kunstdenkmäler präsentieren. Aber auch abseits der Hauptstra?en sind in der Altstadt romantische Winkel zu entdecken. Für Freizeit und Erholung ist ein Besuch im Landschaftspark Spiegelsberge zu empfehlen, seit 1771 öffentliche Parkanlage.
Vielleicht lassen Sie den Besuch in der Domstadt mit einem "Halberstädter Würstchen" enden, 1883 wurden die ersten durch  Friedrich Heine produziert. Ein "Muss" für Besucher  ist eine Führung durch die traditionellen und doch hochmodernen Produktionsstätten, vom Firmengründer 1913 an gleicher Stelle eingerichtet.

Doris Franke
(Ehrenamtliche Redaktion)









geschrieben / geändert am : 17.05.2011