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Katholische Kirche Ottersleben

Sie trägt den langen Namen „Maria - Hilfe der Christen“


und ist - neben den viel älteren Kirchen "St. Stephani" und "St. Johannes der Täufer" - das jüngste Gotteshaus im Magdeburger Stadtteil Ottersleben, der vor der Eingemeindung einmal mit 17000 Einwohnern das größte Dorf Deutschlands war. Aber es gab in Ottersleben im Jahre 1820 nur zwei Katholiken. Hierher strömten im 19. Jahrhundert viele Arbeiter in den aufblühenden Zuckerrübenanbau und in die Industrie. Diese Arbeiter und ihre Familien kamen aus dem Eichsfeld und aus Oberschlesien, also aus vorwiegend katholischen Regionen. Später stieg hier im traditionell evangelischen Gebiet die Zahl katholischer Christen noch weiter an durch Evakuierte aus dem westlichen Deutschland und durch Vertriebene aus dem Osten. Sie alle wünschten sich eine kirchliche Heimat.
Und so begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Gemeindeleben - wie auch an vielen anderen Orten im Magdeburger Raum - mit dem Bau einer Schule, worin auch Gottesdienst gefeiert wurde. Bald wird der Raum zu klein. Da die Gemeinde damals aber nur aus armen Arbeiterfamilien besteht, wird eine deutschlandweite Bettelaktion für den Bau einer Kirche gestartet. Hierbei setzt sich Pfarrer Wilhelm Diek tatkräftig ein, wofür man ihm später mit einer Straßenbenennung dankt. Im November 1893 kann der Grundstein zu dem neugotischen Bau nach Plänen von Architekt Arnold Güldenpfennig, Paderborn, gelegt werden. Im November 1894 steht die Kirche.
Betreten wir die Kirche, so empfängt uns ein heller, freundlicher Raum, der zum Verweilen einlädt. Die großen farbigen Fenster - im sog. Nazarenerstil - zeigen Szenen aus dem Marienleben, in der Mitte sozusagen ein Weihnachtsbild, nämlich die Geburt Jesu. Der spätgotische Schnitzaltar ist wesentlich älter als die Kirche. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert, ist Dauerleihgabe einer Kirche aus Gardelegen und hat als Thema das Martyrium der heiligen Katharina, einer jungen Frau aus christlicher Frühzeit, die für ihren Glauben starb.
Weiterhin gehört zur Ausstattung eine Kopie der Schildauer Madonna, also - zusätzlich zu den Fenstern - ein Bild von Maria, der Patronin der Kirche. Selbstverständlich trug Maria als "einfache" Frau und Mutter aus dem Volk Israel damals nie eine Krone oder königliche Gewänder. Die jetzige Darstellung soll ausdrücken, dass Maria "im Himmel" - also in Gottes Gemeinschaft - wie eine Königin geehrt ist.
Zugang zur Kirche können Sie erhalten, wenn Sie sich im Pfarrhaus Müllergasse 2 melden oder unter  Magdeburg  6313601  anrufen.
Dieter Müller



geschrieben / geändert am : 30.05.2011