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Reiseland Sachsen Anhalt

Schloss Hundisburg, ein barockes Kleinod in der Börde


Die Landschaft um Hundisburg ist reich an urgeschichtlichen Besiedlungsspuren, die Entstehungszeit der Rundburg ist aber nicht bekannt. Der Name bedeutet Burg des Hunold, urkundlich erwähnt wurde sie erstmals im Jahr 1140. Die umliegenden  Orte entwickelten sich im Schutze der Burg, von ihrer einstigen Blüte zeugt noch heute die Ruine der Kirche von Nordhusen, deren 17 m hohes imposantes romanisches Westquerwerk sich aus der Landschaft erhebt. Die Hundisburg diente der Grenzsicherung des Erzbistums Magdeburg und war bis zum späten Mittelalter mit Burgmannen aus Adelsfamilien der Region besetzt. Aus dieser Zeit sind der Bergfried und Reste der Ring- und Zwingmauer erhalten.
1452 gelangte die mittelalterliche Burg  in den Besitz der Familie von Alvensleben, sie wurde von ihnen Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Der hannoversche Staatsminister Johann Friedrich von Alvensleben ließ die Anlage 1693-1712 vom Landbaumeister Herman Korb in eines der bedeutendsten ländlichen Barockschlösser Deutschlands umgestalten. Von ihm wurde auch der barocke Terrassengarten angelegt, der  mit dem "Pariser Tor" 1740 vollendet war. Der Magdeburger Kaufmann Johann Gottlob Nathusius übernahm 1811 Schloss Hundisburg und schuf ein bemerkenswertes Ensemble von Garten- und Parkanlage, einen englischen Garten mit zahlreichen fremdländischen Baum- und Straucharten. Die rund 100 Hektar große Anlage wurde bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts stetig ergänzt und erweitert. Im November 1945 brannte das Schloss und erlitt erheblichen Schaden, zu DDR-Zeiten gelang es nicht, Verfall von Schloss und Park aufzuhalten. Ein Fußballplatz befand sich im Lustgarten, Teile der Gebäude wurden von einem Landwirtschaftsbetrieb genutzt. Seit 1991 sind viel Arbeit und Geld in den Wiederaufbau des Schlosses und der Gartenanlagen investiert worden.
Schloss Hundisburg wird heute vorwiegend kulturell genutzt, die Angebote gehen vom Kabarett bis zum sinfonischen Konzert, alljährlich findet hier die "Sommermusikakademie" statt. Sehenswert ist die ständige umfangreiche Sammlung von Werken des Magdeburger Bildhauers Heinrich Apel. Im "Haus des Waldes" kann man den Wald erleben, begreifen und schätzen lernen.
Die Hundisburger Ziegelei ist nicht nur ein Technisches Denkmal, sondern heute noch eine Produktionsstätte für spezielle Ziegelsteine, vor allem für denkmalpflegerische Zwecke nicht nur für Sachsen Anhalt. Der Besucher kann den Weg eines Ziegels von der Tongrube bis zum Brand verfolgen und die uralte Handwerkskunst erleben. Die Ziegelei wurde 1882 gegründet, auf dem bis heute erhaltenen 29 Meter hohen Schornstein haben sich die Störche ein Nest gebaut.
Ein Besuch in Hundisburg lohnt sich für die ganze Familie. Flanieren Sie durch den herrlich angelegten Barockgarten, besuchen Sie die Ziegelei und die anderen Sehenswürdigkeiten und lassen Sie den Tag im schönen Schlossrestaurant oder Cafe enden.

Doris Franke
(Ehrenamtliche Redaktion)





geschrieben / geändert am : 31.05.2011