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Reiseland Sachsen Anhalt

Quelle: Franke
Fachwerkstadt Stolberg, die „Perle des Südharzes“


Umgeben von Buchen und Mischwäldern ist die 350m hoch gelegene Residenzstadt zu jeder Zeit ein beliebtes Ferienziel.Stolberg, einer der ältesten Orte im Südharz, entstand um 1000 als Bergmannssiedlung, das Stadtrecht wurde um 1300 verliehen. Die Geschichte des Ortes ist noch heute in einem einzigartigen historischen Stadtbild sichtbar. Die im Krieg verschonte und daher gut erhaltene mittelalterliche Stadt gehört mit ihrem Bestand an Fachwerkhäusern des 15.bis 18. Jahrhunderts zu den reizvollsten Kleinstädten von Sachsen Anhalt. Ihrer besonderen Atmosphäre und der überregionalen Bedeutung verdankt sie auch den Titel als "Historische Europastadt", der ihr als erste Stadt des Kontinents am 7. Januar 1993 verliehen wurde. Im Flusstal der Thyra, Lude und Wilden Stolberg  winden sich in den engen Straßen Giebel an Giebel aus vier Jahrhunderten wie in einem Bilderbuch.
Die drei Etagen  im prachtvollen dreigeschossigen 1454 erbauten Rathaus sind bis heute  nur über eine breite Außentreppe zu erreichen. Zunftzeichen und eine Sonnenuhr von 1724 schmücken das interessante Gebäude.  Einst hatte das Rathaus so viele Fenster, wie das Jahr Wochen und so viele Scheiben wie das Jahr Tage hat, heute sind es 53 Fenster mit je 8 Scheiben. 1989 wurde auf dem Marktplatz  für den in Stolberg geborenen Bauernführer und Theologen Thomas Müntzer  aus Anlass seines 500. Geburtstages ein Denkmal aufgestellt.
Höher als das Rathaus liegt die Stadtkirche St. Martini. In den unteren Geschossen des Turmes noch spätromanisch, wurde sie in der ersten Hälfte des 14. Jh. als spätgotische dreischiffige Basilika umgebaut. Im Innern ist nicht nur die Barockorgel aus dem Jahr 1703 sehenswert. Eines der prächtigsten Fachwerkhäuser ist die 1535 erbaute Alte Münze. Die Münzprägung hat in Stolberg eine lange Tradition, die ersten Münzen wurden um 1300 geprägt, bekannt sind bis heute 1500 Prägungen. Das Rittertor aus dem 12. Jh. gehört zu den ältesten Baudenkmäler Stolbergs. Es ist als einziges der ursprünglich zahlreichen Stadttore erhalten geblieben.
Das Grafen bzw. Fürstengeschlecht der Stolberger prägte die Geschichte der Residenzstadt bis ins 20. Jh.. Beherrschend über die Stadt thront erhaben auf einem Bergsporn eines der größten Harzer Schlösser, das Schloss Stolberg. Die  Burg aus dem 10. Jh. erhielt ihr heutiges Aussehen durch Umbauten zwischen 1690 bis 1700. Nach der Nutzung des Schlosses ab 1947 als FDGB - Ferienheim  stand es ab 1990 lange Zeit leer. Die barocke Anlage wird seit 2002 durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schrittweise saniert und ist teilweise wieder für Besucher aus nah und fern zugänglich. Die Ausmaße der imposanten Bebauung kann man erst ermessen, wenn man den Berg an den Hausdächern vorbei erstiegen hat.   
Beim Besuch von Stolberg sollte man nicht versäumen, das eiserne Doppelkreuz am 580 m hohen Auerberg zu besichtigen. Es ist der 1896 eingeweihte Nachbau des Holzkreuzes, das zum Geburtstag des regierenden Grafen Joseph 1834 errichtet, aber durch einen Blitzschlag zerstört wurde. Das 38 m hohe Josephskreuz (Bild) ist 123 t schwer und wird von 100.000 Nieten zusammengehalten.  Wenn Sie die 200 eisernen Stufen überwunden haben, wird Sie der einmalige Rundblick vom schönsten Aussichtspunkt des Harzes für die Anstrengung belohnen.


Doris Franke
(Ehrenamtliche Redaktion)



geschrieben / geändert am : 20.01.2012