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Bilanz – Standpunkte – Ausblick

Siegfried Brosza
Siegfried Brosza
Quelle: SV
Interview des „Magdeburger Kurier“ mit dem Vorsitzenden der Seniorenvertretung (erschienen in der Dezemberausgabe 2004)



Magdeburger Kurier: Der Vorstand der Seniorenvertretung hat auf der letzten Mitgliederversammlung eine positive Bilanz gezogen. Was würden Sie besonders hervorheben?

Siegfried Brosza: Für mich persönlich ist es die positive Erfahrung, wie viele Magdeburgerinnen und Magdeburger sich uneigennützig für ihre Mitmenschen engagieren und wie groß die Hilfe und Unterstützung war, die uns aus vielen Bereichen der Stadt zuteil wurde, vor allem jedoch, mit welcher Begeisterung meine unmittelbaren Mitstreiter mitgearbeitet haben.
Im Bericht an die Mitglieder haben wir besonders hervorgehoben, dass sich die Zahl der Ehrenamtlichen in unseren Reihen in der vergangenen Wahlperiode wesentlich erhöht hat. Dadurch war es uns möglich, über unsere Arbeitsgruppen die Angebote von Senioren für Senioren beträchtlich zu erweitern.
Nennen möchte ich den freiwilligen Seniorenbesuchsdienst, die Tätigkeit unserer Senioren-Sicherheitsberater und die sachkundigen Beratungen zum Thema"Wohnen im Alter". Der große Zuspruch zeigt uns, dass wir mit unseren Angeboten wichtigen sozialen Anliegen unserer älteren Mitbürger nachkommen.

Magdeburger Kurier: Sie beschränken Ihre Aktivitäten aber nicht nur auf Senioren?

Siegfried Brosza: Das ist richtig, denn der Dialog der Generationen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.
Von den vielen Aktivitäten der gleichnamigen Arbeitsgruppe möchte ich das Projekt "Magdeburger Senioren und ausländische Studenten im Dialog" erwähnen. Mit diesem Projekt hat sich die Arbeitsgruppe auf Vorschlag der Stadtsparkasse an einem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt und wurde in der Zwischenauswertung unter 600 Bewerbern zunächst in den Kreis der besten 12 einbezogen.

Magdeburger Kurier:
Im Bericht des Vorstandes ist auch vom "Magdeburger Netzwerk bürgerschaftliches Engagement" die Rede?
Siegfried Brosza: Die Seniorenvertretung war Mitinitiator dieses Netzwerkes, mit dem die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Ehrenamtlichen die Voraussetzungen für eine wirksamere Förderung und Unterstützung des Ehrenamtes in unserer Stadt schaffen will. Der öffentliche Startschuss dazu erfolgte am 9. Dezember mit der Eröffnung einer Ausstellung durch unseren Oberbürgermeister.
Im Seniorenbereich bestehen schon jetzt für dieses Netzwerk gute Voraussetzungen. Hier wird seit Jahren schon konstruktiv zusammengearbeitet.
Das betrifft nicht nur das Verhältnis der Seniorenvertretung zur Stadtverwaltung, zu den Wohlfahrtsverbänden und den Senioreneinrichtungen unserer Stadt. In all unseren Projekten erhalten unsere Ehrenamtlichen auch Unterstützung aus vielen anderen Bereichen.

Magdeburger Kurier: Die Wahl des neuen Seniorenbeauftragten vermittelte eher ein anderes Bild...

Siegfried Brosza: Wir können niemandem verbieten, eine andere persönliche Bewertung unserer Arbeit zu veröffentlichen. Was die Wahl betrifft, so hat die Seniorenvertretung von ihrem verbrieften Recht Gebrauch gemacht und dem Stadtrat einen Personalvorschlag unterbreitet, der von einer sehr deutlichen Mehrheit der Mitglieder getragen wurde. Der Stadtrat hat mehrheitlich anders entschieden. Das müssen wir akzeptieren, auch wenn in der Presse öffentlich vermutet wurde, dass hierbei das Parteibuch offensichtlich schwerer wog als Erfahrung und Eignung. Uns geht es um die erfolgreiche Fortführung unserer Arbeit. Deshalb werden wir uns mit dem neuen Seniorenbeauftragten zusammensetzen und die künftige Zusammenarbeit besprechen.

Magdeburger Kurier: Man wirft der Seniorenvertretung PDS-Nähe vor?
Siegfried Brosza: Die Seniorenvertretung ist an einer Zusammenarbeit mit allen Fraktionen interessiert. Auf unsere Gesprächsangebote und Vorschläge hat allerdings bisher immer nur die PDS-Fraktion positiv reagiert. Das ist doch für die anderen Fraktionen eher nachahmenswert.
Ansonsten sind in der Seniorenvertretung neben Selbsthilfegruppen auch mehrere Kirchengemeinden, Seniorengruppen von Parteien und Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände u.a. einträchtig miteinander vereint. Hier dominiert keine Partei und keine Ideologie, sondern der Wille, gemeinsam etwas für unsere älteren Mitbürger zu bewegen.

Magdeburger Kurier: Welche Schwerpunkte haben Sie sich für die künftige Arbeit gesetzt?

Siegfried Brosza: Die Seniorenvertretung hat sich aktiv der sozialen Probleme der Stadt angenommen und sich dank des Engagements vieler Ehrenamtlicher soziale Kompetenz erarbeitet.
Dadurch und durch den Ratsbeschluss aus dem Jahr 1996, der die Seniorenvertretung als offizielle Interessenvertretung der älteren Bürger der Stadt bestätigt, sehen wir uns legitimiert, uns im besseren Zusammenwirken mit dem neugewählten Seniorenbeauftragten stärker als bisher in die Kommunalpolitik einzumischen.
Schwerpunkt unserer Arbeit wird aber weiterhin sein, Menschen zu gewinnen, die sich bei uns ehrenamtlich engagieren oder unsere Arbeit in anderer Weise unterstützen.
Natürlich sind wir auch beim Stadtjubiläum mit von der Partie.
Zum Schluss möchte ich gern die Gelegenheit nutzen, mich auch im Namen des gesamten Vorstandes recht herzlich bei allen Mitstreitern und Unterstützern zu bedanken.
Ich wünsche allen Lesern eine schöne Advents- und Weihnachtszeit sowie alles Gute im Neuen Jahr.

Magdeburger Kurier: Wir bedanken uns herzlich für das Gespräch



geschrieben / geändert am : 05.01.2005